Geschwatzte Inflation

Geschwatzte Inflation

5. August 2008 von Swissmarketer 

Alles wird teurer - schreiben die Zeitungen. Und die Ursache ist auch schon längst ausgemacht: der Erdölpreis. Die Gewerkschaften verlangen deswegen sogar 5% mehr Lohn.

Ok, rechen wir uns das mal durch. Der “Durchschnittsschweizer” hat einen Verbrauch von 10,5 Barrel Erdöl pro Kopf. Das ist die Menge an Erdöl, die jeder verbraucht für Benzin, Asphalt, Plastiksäcke, Heizung, usw.

Ein Barrel kostet zur Zeit 120 Dollar, also etwa 40 Dollar mehr also noch vor einem Jahr. Rechnen wir also:

  1. Zur Zeit gibt jeder Schweizer etwa 1300 Dollar für Erdölprodukte aus pro Jahr.
  2. Vor einem Jahr waren es noch 900 Dollar.
  3. Pro Kopf der Bevölkerung fallen somit 400 Dollar Mehrkosten an. 
  4. Das BSP pro Kopf in der Schweiz beträgt etwa 55000 USD.
Wenn mich also nicht alles täuscht, dann beträgt die “Erdölinflation” in der Schweiz 0,74 %. Sie ist damit nur leicht höher als im Vorjahr (0,55%). 
Ökonomisch gesehen ist die Inflation also nur zu einem kleinen Teil auf die Erdölpreise zurückzuführen. Fakt ist, dass die meisten Wirtschaftssubjekte ihre Preise erhöhen. Als Rechtfertigung geben sie alle unisono die Erdölpreise an, weil das jeder an der Tankstelle sieht und die Medien - Journalisten sind nun mal nicht die intelligentesten - dies einfach ungeprüft nachplappern.
Würde der Konsument diese Behauptungen konsequent in Frage stellen, wäre die Inflation nicht halb so hoch. Dazu braucht es aber Medien, die richtig informieren. 

 

Kommentare

Schreibe doch einfach einen Kommentar ...
und wenn möglich, beschaffe Dir ein Gravatar!