Involvement

Mai 26, 2009 by Swissmarketer · 1 Comment 

Ein Begriff macht seit einiger Zeit in Marketingkreisen die Runde: Involvement. Marketingleute verstehen darunter die Miteinbezogenheit des Kunden beim Kaufentscheid. Beispiel: Kauft der Kunde ein Kilo Zucker ist sein Involvement sehr gering – das Produkt ist austauschbar.  Man spricht von low involvement.

Kauft er hingegen ein Auto, so setzt er sich in der Regel sehr intensiv damit auseinander. Man spricht von high involvement. Der Kunde entscheidet sich hier für ein Produkt, das mit seiner Persönlichkeit zu tun hat und mit dem er sich identifizieren will.

Unternehmen berücksichtigen das Involvement im Entscheidungsprozess nur am Rand, weil für sie alle Produkte wichtig sind. Sie erstellen aufwändige Produktbeschreibungen. Doch solange kein Involvement seitens des Kunden da ist, werden diese Broschüren auch nicht wahrgenommen und dienen bestenfalls der Vertreterschulung.

Gemäss dem Involvementgedanken sollte das Unternehmen seine Produkte so anpassen, dass der Kunde sich mit dem Produkt identifiziert.

Involvement auf dem Schweizer Markt?

Und hier beginnen auch gleich die Grenzen des Gedankens. Dem Zuckerhersteller kann der Involvementgedanken ziemlich einerlei sein. Kann er einen Grossverteiler beliefern, ist sein Marketingziel erreicht. Er wird nie und nimmer auf den Gedanken kommen, zusätzliches Geld ins Marketing zu investieren.

Darin liegt auch die Malaise des Schweizer Werbemarktes. Was Migros und Coop nicht hat, kennt der Schweizer nicht. Das Markenbewusstsein des Schweizers reduziert sich oft auf das Auto, das Handy und den Computer.

Und doch gibt es eine Reihe von Entscheidungen, bei denen durchaus eine Evualvation stattfindet. Unternehmen treffen in der Regel ihre Akquisitionsentscheide rational und hier hat der Involvementgedanke durchaus seinen Platz. Bietet ein Lieferant seine Leistungen sehr unspezifisch an, kann er schnell mal das Nachsehen haben.

Ein Beispiel ist die Treuhandbranche: alle erstellen Buchhaltungen und auf ihren Webseiten (if any) geben sich alle fachkompetent und welterfahren. Über den Preis und über die konkreten Dienstleistungen erfährt man in der Regel nichts. Frägt man nach, können sowieso alle alles.

Schiesst virales Marketing am Ziel vorbei?

Mai 25, 2009 by Swissmarketer · 1 Comment 

Am viralen Marketing lässt sich kritisieren, dass es den Focus nicht auf das Produkt des Unternehmens leitet und nicht selten am Ziel vorbeischiesst. Das ist gar nicht selten der Fall. Im folgenden Video diskutieren zwei Fachleute recht kontrovers über das Thema.

next09 - Viral online gegen Viral offline.

In der Schweiz müssen wir uns immer Fragen, was virales Marketing uns bringt. Unser Markt selbst ist viel zu klein dafür. Dennoch sollten wir uns mit dem Thema beschäftigen, weil die Urform des viralen Marketings – die Mund-zu-Mund-Propaganda – durchaus nach den gleichen Prinzipien funktioniert und bei uns sehr wohl anwendbar ist.

Also dranbleiben, aber kritisch bleiben.

Die Krise verstehen

Mai 25, 2009 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Diese Krise ist anders als alles, was heute lebende Personen erlebt haben. Es ist eine Deflation.
Normalerweise sind Krisen temporäre Stagnationen: Rabatte, ein paar Arbeitslose mehr und schon geht es weiter.
Diesmal nicht: zuviel Geld wurde vernichtet.  Die Nachfrage geht nun massiv und längere Zeit zurück.
Um den Umsatz halten zu können, müssten die Hersteller derart hohe Rabatte gewähren, der nicht mehr ihre Kosten decken. Das aber würde aber früher oder später den Konkurs bedeuten. Sie müssen also trotz sinkender Nachfrage die Preise erhöhen. Das senkt allerdings die Nachfrage weiter. Wir sind  im Teufelskreis der Deflation.
Die Folgen: immer mehr Leute haben keine Arbeit, gleichzeitig aber steigen die Preise.
Der Prozess setzt sich solange fort,  bis das Bruttosozialprodukt BSP um das vernichtete Kapital abgesenkt ist. Niemand weiss genau wieviel das war, aber etwa 20% des Weltvermögens werden es schon gewesen sein.