So geht es durch die Rezession

Oktober 16, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Rezessionen sind für viele eine Katastrophe, für einige aber auch eine Chance, wenn nicht “die” Chance. Man fragt sich, was sich iim Leben ändern wird. Hier ein paar Betrachtungen aus der Sicht eines Marketingspezialisten:

1. Der Angestellte

Beim Angestellten ist es in der Regel so, dass sein Einkommen von einem Arbeitgeber abhängt. Verliert er den Job, steht er fast vor dem nichts - aber nur fast. Er hat ja die Arbeitslosenversicherung, die ihn noch ziemlich lange trägt. Doch in einer längeren Rezession könnte er dann doch ins Sozialsystem fallen. Daher Vorsicht!

Angestellte sind in der Rezession wieder eher bereit, einen Teilzeitjob anzunehmen. Doch hier gibt es ein Problem. Die Gewerkschaften und der Staat haben hier in den letzten Jahren die Rahmenbedingungen massiv verschlechtert, so dass für einen Kleinunternehmen es ein hohes Risiko einstellt, jemand vor allem Teilzeit einzustellen. Teilzeit heisst nicht Teilrisiko!

2. Der Selbständige

Unternehmen müssen in der Rezession sparen, d. h. sie schichten ihre Ausgaben um. Statt Luxusbüros gibt es dann halt Grossraumbüros, statt Druckaufträge beim Parteispezie gehen die Aufträge ins Ausland, usw. All jene, die etwas günstiger anbieten können, haben hier eine grosse Chance. Und gerade die Hochpreisinsel Schweiz bietet hier enorme Möglichkeiten.

Auch für den Handwerker hat das eine interessante Perspektive. Statt immer neue Velos zu kaufen, wird schon mal das alte repariert. 

3. Das Kleinunternehmen

Gerade das Kleinunternehmen hat in der Krise grosse Chancen, sofern es das grösste Risiko, die Personalkosten, in den Griff bekommt. 

Die Chancen können aber nur wahrgenommen werden, wenn man den Anbieter findet. Entscheidend ist hier zunehmend das Internet. Eine gute Webpräsenz ist daher wichtiger den je. Vor allem kleine Unternehmen können sich keine andere Form der Werbung leisten, wie etwa Plakate oder Inserate. Vor allem letzteres ist ausser für Wahrsager und andere affine Berufsgruppen nur verlorenes Geld.

Die Grössen aller Grössen: die Marktgrösse

August 19, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Sie ist der Ausgangspunkt aller Marktanalysen. Und kaum eine andere Grösse wird so verkannt wie diese. Wir erklären es an einem Beispiel. Nehmen wir mal an, sie hätten die Vertretung für ein zahntechnisches Kompositmaterial erhalten - nicht gerade ein Produkt, welches in den Medien den Rang des IPhones ablaufen wird. In der Schweiz gibt es etwa 500 zahntechnische Labors, die für je 2000 Fr. pro Jahr dieses Material gebrauchen könnten. 

Dank Ihren Beziehungen und ihrem Können schaffen sie etwa 5% der Labors von Ihrem Produkt zu überzeugen. Wenn Sie also Glück haben, machen Sie damit einen Umsatz von 50000 Fr., wobei Ihnen etwa 20000 Fr. im Portmonaie bleibt. Anders ausgedrückt: der Markt ist zu klein.

Vergleich: In Deutschland gibt es etwa 5000 Labors. wenn Sie dort allein 3% abdecken können ist der zu erwartende Umsatz 300000 Fr.

Ist Ihnen die Marktgrösse nun klar?

Wenn die Marke verwittert

August 11, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Matterhorn ist ein Marke, doch was man von aussen nicht sieht, ist der ständige Verwitterungsprozess, dem er ausgesetzt ist. Wir hören nur indirekt davon, wenn ein Bergsteiger von einem Stein erschlagen wird. Diese Erosion ist auch im Branding alltäglich. Und das sind die Gründe:

  • Austauschbare Produkte
    Produktqualität gilt heute als selbstverständlich. Damit aber fehlt ein wichtiges Entscheidungskriterium. Deshalb erlebt der Konsument die Produkte zunehmend als austauschbar. Nicht selten wird der Preis zum Entscheidungskriterium.
  • Markeninflation
    Pseudomarken (Me-too-Produkte) drängen zunehmen auf den Markt. Kaufte früher auch der Heimhandwerker noch eine Metabo-Bohrmaschine, kann er heute zwischen etlichen ähnlichen Produkten auswählen.
  • Markenflut
    Produkte kommen immer schneller auf den Markt. Kaum kann man den Asus EeePC 900 kaufen, ist bereits das Modell 901 angekündigt. Statt zu kaufen, wird der Konsument ev. sogar warten. Die Markenflut verhindert den Kauf. 
  • Erweiterungen, hastige Konzeptwechsel und Umpositionierungen
    Eine Grundregel von Domizlaff, dem Vater der Markentechnik, lautet, dass die Marke auf ein Produkt begrenzt sein sollte. Ovomaltine z.B. sieht das anders und verkauft auch noch Birchermüesli, usw. unter seinem Label. Ob das gut geht? Die Erfahrung sagt nein.
  • Handelsmarken
    Handelsmarken sind meist baugleich mit dem Markenprodukt. Der Konsument weiss das und handelt entsprechend. Warum soll er doppelt so viel bezahlen, wenn er keinen markanten Zusatznutzen hat?
  • Kurzfristiges Denken
    Die Verkäufer positionieren die Marke nach belieben (Plötzlich wirkt Asperin auch noch gegen Bluthochdruck …). Diese Umpositionierung macht die Marke langfristig profillos.
Die Folgen sind absehbar: das Einzigartige am Produkt geht verloren. Mitarbeiter und damit auch den Kunden ist nicht mehr klar. welchen dauerhaften Nutzen die Marke bietet. Die Kundenbeziehungen lockern sich und der Umsatz sinkt.
Zu allem Ungemach kommt noch dazu, dass die Medienlandschaft explodiert. Die Werber brauchen heute dreimal mehr Streukosten, um die gleiche Anzahl Kunden zu erreichen, weil der Leser die Inserate gar nicht mehr wahrnimmt.

Virales Marketing kurz erklärt

August 6, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Virales Marketing (auch Viral-Marketing oder manchmal Virus-Marketing, kurz VM) ist eine Marketingform, die existierende soziale Netzwerke und Medien ausnutzt, um Aufmerksamkeit auf Marken, Produkte oder Kampagnen zu lenken, indem Nachrichten sich epidemisch, wie ein Virus ausbreiten. Die Verbreitung der Nachrichten basiert damit letztlich auf Mundpropaganda, also der Kommunikation zwischen den Kunden oder Konsumenten.

Geschwatzte Inflation

August 5, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Alles wird teurer - schreiben die Zeitungen. Und die Ursache ist auch schon längst ausgemacht: der Erdölpreis. Die Gewerkschaften verlangen deswegen sogar 5% mehr Lohn.

Ok, rechen wir uns das mal durch. Der “Durchschnittsschweizer” hat einen Verbrauch von 10,5 Barrel Erdöl pro Kopf. Das ist die Menge an Erdöl, die jeder verbraucht für Benzin, Asphalt, Plastiksäcke, Heizung, usw.

Ein Barrel kostet zur Zeit 120 Dollar, also etwa 40 Dollar mehr also noch vor einem Jahr. Rechnen wir also:

  1. Zur Zeit gibt jeder Schweizer etwa 1300 Dollar für Erdölprodukte aus pro Jahr.
  2. Vor einem Jahr waren es noch 900 Dollar.
  3. Pro Kopf der Bevölkerung fallen somit 400 Dollar Mehrkosten an. 
  4. Das BSP pro Kopf in der Schweiz beträgt etwa 55000 USD.
Wenn mich also nicht alles täuscht, dann beträgt die “Erdölinflation” in der Schweiz 0,74 %. Sie ist damit nur leicht höher als im Vorjahr (0,55%). 
Ökonomisch gesehen ist die Inflation also nur zu einem kleinen Teil auf die Erdölpreise zurückzuführen. Fakt ist, dass die meisten Wirtschaftssubjekte ihre Preise erhöhen. Als Rechtfertigung geben sie alle unisono die Erdölpreise an, weil das jeder an der Tankstelle sieht und die Medien - Journalisten sind nun mal nicht die intelligentesten - dies einfach ungeprüft nachplappern.
Würde der Konsument diese Behauptungen konsequent in Frage stellen, wäre die Inflation nicht halb so hoch. Dazu braucht es aber Medien, die richtig informieren. 

 

Die Transportkosten per LKW

August 2, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Ein LKW “säuft” durchschnittlich 35 Liter auf 100 km. Die Nutzlast liegt zwischen 14 Tonnen (3 Achser) und 25 Tonnen (Sattelschlepper). 

Frage 1: Wie viel Treibstoff benötigt ein Sattelschlepper um eine Tonne/ ein kg 1000 km zu transportieren, wenn er zu 80% beladen ist?

Lösung: 17 Liter pro Tonne, bzw. 0,017 Liter pro kg für 1000 km.

Frage 2: 1 Melone wiegt 4 kg und kommt aus Südspanien 1300 km. Wie viel Treibstoff benötigt man, sie hierher zu transportieren?

Lösung: 0,084 Liter (weniger als ein Deziliter!)

Frage 3: Wenn der Liter Diesel 2.00 Fr./Liter kostet, welche Treibstoffkosten fallen an?

Lösung: Der Transport der Melone kostet etwa 20 Rappen.

Frage 4: Im Migros kostet eine Melone 10 Fr. Was kostet die Melone, wenn der Treibstoffkosten um 10 % steigen und der Grossverteiler die Kosten auf den Konsumenten überwälzt?

Lösung: 10.02 Fr.

Zur Zeit kosten die Melonen beim Migros 12 Fr. … wegen den hohen Treibstoffpreisen.

Was kostet Benzin wirklich?

August 2, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Aus den USA hat man ziemlich genaue Zahlen, aus welchen Komponenten sich der Benzinpreis zusammensetzt:

  • 10% Distribution und Marketing
  • 17% Raffinierung und Gewinne
  • 15% Steuern
  • 58% Rohölkosten

Zur Zeit kostet die Gallone an den Tankstellen etwa 3,40 Dollar. 3,78 Liter (=1 Gallone) kosten demnach exklusiv Steuern etwa 2,9 Dollar. Auf Franken umgerechnet entspricht das etwa 75 Rappen pro Liter. Die Kostenstrukturen in den USA und in der Schweiz sind in etwa gleich.

Demzufolge kostet auch hier etwa ein Liter unversteuertes Benzin 75 Rappen. Bezahlen müssen wir aber ca. 2 Franken. Die Steuern pro Liter betragen etwa 1 Fr.

Mir fehlen da 25 Rappen … Verdient sich da etwa einer eine goldige Nase?

Das Barrel

August 2, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

Ein Barrel ist ein Fass. Es gibt verschiedene Fasseinheiten, ob für alkoholische Getränke oder für Erdöl. Bei Erdöl unterscheidet man das englische Imperial-Barrel und das US-Barrel. Der Unterschied beträgt ca. 0,3 Liter. Als Eselsbrücke kann man sich folgendes merken:

1 bbl = 42 US Gallonen = 159 Liter

1 US Gallone = 3,78 Liter

Aus einem Barrel Röhöl (42 Gallonen) produziert man folgendes (US-Durchschnittswerte):

19,5 Gal = 73,1 l Benzin

9,2 Gal = 34,8 l Diesel

4,1 Gal = 15.5 l Kerosen

2,3 Gal = 8,7 l Residual Oil

+ weitere Derivate

Gemüse beim Türken billiger?

August 1, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment 

In Zürich beobachtet man einen sonderbares Ereignis, dass es so ökonomisch eigentlich gar nicht geben sollte. Kauft man Gemüse oder Früchte im türkischen Laden um die Ecke, sind sie meist viel günstiger als bei den Grossverteilern (Migros, Coop, usw.). Und das bei mindestens ebenbürtiger Qualität, wenn nicht gar besserer Qualität.

Nehmen wir mal an, dass der Türke das Gemüse beim Grosshandel in Zürich-Altstätten kauft, wo er wahrscheinlich mehr bezahlt, als die Grossverteiler, die sich die Ware gerade direkt per Camion aus den Anbaugebieten liefern lassen.

Sicherlich,

  • beim Türken arbeiten meistens Verwandte ohne Sozialversicherung (Sozialversicherung ist die Familie), einige wahrscheinlich ohne Aufenthaltsbewilligung. Dort hat er kaum mit arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zu rechnen.
  • Auch sind die Millionenbeiträge an die Gewerkschaften kein Thema, die die Grossverteiler abliefern müssen, wenn sie nicht in den Medien blossgestellt werden wollen.
  • Keiner kräht, wenn beim Türken zu wenig Parkplätze vorhanden sind. Ein Grossverteiler erhält diese aber nur, wenn er vorher dem TCS einen entsprechenden Obulus entrichtet.

Anders formuliert: die Kostenstruktur ist sicherlich günstiger als beim Grossverteiler.

Es stellt sich damit die Frage, ob man bei der Gurke vor allem schweizerische Betriebskosten bezahlt. Das scheint so. Wir finden es aber unehrlich, wenn man die hohen Preise mit den hohen Erdölkosten rechtfertigt.