Die Krise verstehen
Mai 25, 2009 by Swissmarketer · Leave a Comment
Diese Krise ist anders als alles, was heute lebende Personen erlebt haben. Es ist eine Deflation.
Normalerweise sind Krisen temporäre Stagnationen: Rabatte, ein paar Arbeitslose mehr und schon geht es weiter.
Diesmal nicht: zuviel Geld wurde vernichtet. Die Nachfrage geht nun massiv und längere Zeit zurück.
Um den Umsatz halten zu können, müssten die Hersteller derart hohe Rabatte gewähren, der nicht mehr ihre Kosten decken. Das aber würde aber früher oder später den Konkurs bedeuten. Sie müssen also trotz sinkender Nachfrage die Preise erhöhen. Das senkt allerdings die Nachfrage weiter. Wir sind im Teufelskreis der Deflation.
Die Folgen: immer mehr Leute haben keine Arbeit, gleichzeitig aber steigen die Preise.
Der Prozess setzt sich solange fort, bis das Bruttosozialprodukt BSP um das vernichtete Kapital abgesenkt ist. Niemand weiss genau wieviel das war, aber etwa 20% des Weltvermögens werden es schon gewesen sein.
Was kostet Benzin wirklich?
August 2, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment
Aus den USA hat man ziemlich genaue Zahlen, aus welchen Komponenten sich der Benzinpreis zusammensetzt:
- 10% Distribution und Marketing
- 17% Raffinierung und Gewinne
- 15% Steuern
- 58% Rohölkosten
Zur Zeit kostet die Gallone an den Tankstellen etwa 3,40 Dollar. 3,78 Liter (=1 Gallone) kosten demnach exklusiv Steuern etwa 2,9 Dollar. Auf Franken umgerechnet entspricht das etwa 75 Rappen pro Liter. Die Kostenstrukturen in den USA und in der Schweiz sind in etwa gleich.
Demzufolge kostet auch hier etwa ein Liter unversteuertes Benzin 75 Rappen. Bezahlen müssen wir aber ca. 2 Franken. Die Steuern pro Liter betragen etwa 1 Fr.
Mir fehlen da 25 Rappen … Verdient sich da etwa einer eine goldige Nase?
Gemüse beim Türken billiger?
August 1, 2008 by Swissmarketer · Leave a Comment
In Zürich beobachtet man einen sonderbares Ereignis, dass es so ökonomisch eigentlich gar nicht geben sollte. Kauft man Gemüse oder Früchte im türkischen Laden um die Ecke, sind sie meist viel günstiger als bei den Grossverteilern (Migros, Coop, usw.). Und das bei mindestens ebenbürtiger Qualität, wenn nicht gar besserer Qualität.
Nehmen wir mal an, dass der Türke das Gemüse beim Grosshandel in Zürich-Altstätten kauft, wo er wahrscheinlich mehr bezahlt, als die Grossverteiler, die sich die Ware gerade direkt per Camion aus den Anbaugebieten liefern lassen.
Sicherlich,
- beim Türken arbeiten meistens Verwandte ohne Sozialversicherung (Sozialversicherung ist die Familie), einige wahrscheinlich ohne Aufenthaltsbewilligung. Dort hat er kaum mit arbeitsrechtlichen Streitigkeiten zu rechnen.
- Auch sind die Millionenbeiträge an die Gewerkschaften kein Thema, die die Grossverteiler abliefern müssen, wenn sie nicht in den Medien blossgestellt werden wollen.
- Keiner kräht, wenn beim Türken zu wenig Parkplätze vorhanden sind. Ein Grossverteiler erhält diese aber nur, wenn er vorher dem TCS einen entsprechenden Obulus entrichtet.
Anders formuliert: die Kostenstruktur ist sicherlich günstiger als beim Grossverteiler.
Es stellt sich damit die Frage, ob man bei der Gurke vor allem schweizerische Betriebskosten bezahlt. Das scheint so. Wir finden es aber unehrlich, wenn man die hohen Preise mit den hohen Erdölkosten rechtfertigt.
